Der RAFFEL - die Geschichte

Kaiser Karl im April 1921 auf dem Bahnhof Jennersdorf. Er besuchte nach seiner Ausreise aus Ungarn nach dem mißglückten Restaurierungsversuch auch den RAFFEL

Vom ungarischen Einkehrgasthof zum Hotel RAFFEL war ein langer, aber sehr erfolgreicher Weg. Das Haus RAFFEL im Jennersdorfer Zentrum wurde 1887 erbaut. Im Jahre 1908 entstand dort der erste Gast- und Beherbergungsbetrieb, damals gleichzeitig auch eine Fleischerei.

Aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind erste Werbeeinschaltungen und Erwähnungen in Zeitungen bekannt. So wird der RAFFEL in der Broschüre "Sommer im Burgenland" des Landesverbandes für Fremdenverkehr als Beherbergungsbetrieb angeführt. Einbettzimmer waren damals im RAFFEL für 2,00 bis 2,50 Schilling pro Nacht zu haben, eine Zweibettzimmer kostete 4,00 bis 4,50 Schilling. Ein Frühstück gab es für 1,00 Schilling, ein Abendessen für 1,20 Schilling. Der RAFFEL verfügte damals über "Zentralheizung, elektrisches Licht, Bad und Garage" und hatte die Telefonnummer "8".

Foto: Die RAFFEL-Gründer Johann und Karoline Raffel.


Kaiser, Politiker, Prominente

1948 wurde der RAFFEL vom verstorbenen Vorbesitzer Ernst Kampel-Kettner übernommen und zum Leitbetrieb der Region. Nicht nur Politik und Wirtschaft verkehren - nicht zuletzt wegen der guten Küche - im RAFFEL. Wichtige Entscheidungen für die Region werden an den RAFFEL-Restauranttischen beraten und auf den Weg gebracht.

Geschätzt wurde der RAFFEL mit seiner Tradition aus der K.u.K.-Monarchie und seiner österreich-ungarisch geprägten Speisekarte schon immer. So war Kaiser Karl auf einer Reise nach Ungarn genauso im RAFFEL zu Gast wie nahezu alle Bundespräsidenten und Bundeskanzler der jüngeren Geschichte. Das beeindruckende Gästebuch des RAFFEL verzeichnet aber auch Einträge von Künstlern wie Walter Pichler, Martin Kippenberger, Kurt Kocherscheidt, Giuseppe Sinopoli, Herwig Seeböck oder Falco – sie alle schätzten die Gastlichkeit und die Kulinarik im RAFFEL sehr und empfahlen das Haus wärmstens weiter.


Zitate aus der RAFFEL-Geschichte

Gerhard Rühm – österreichischer Schriftsteller, Komponist und bildender Künstler: „Beim Raffel waren wir regelmäßig, die Zigeunermusik dort habe ich sehr geschätzt.“

Christian Ludwig Attersee - österreichischer Maler der Pop Art, Bühnenbildner, Musiker, Schriftsteller: „Beim Raffel war immer das Leben.“

Rudolf Werkovits - Jennersdorf: „Ich weiß noch wie jedes mal der rote Teppich ausgerollt wurde, wenn der Burkhart Vossen (Vossen Textilien) kam. Das war wie ein Staatsbesuch und das Extrastüberl wurde herausgeputzt.“